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Festival

Das Festival                      

Vom 1. Juni bis 14. September 2008 werden in 67 Städten und Gemeinden in Bayern "Kunsträume" vorgestellt. Entstanden ist das Kunstfestival aus dem gemeinsamen Anliegen des Arbeitskreises Gemeinsame Kulturarbeit e.V., der zeitgenössischen Kunst vor Ort einen Raum zu geben und die Relevanz der Kunst für die eigenen Räume zu befragen. Eigenständig vor Ort konzipiert, eigenverantwortlich von den 67 Kommunen geplant, geben sie eine aktuelle Übersicht der stadtrelevanten Themen zur Kunst im öffentlichen Raum. Die Veranstaltungsreihe ist nicht zentral kuratiert, sondern partizipatorisch aus eigenen Beiträgen der jeweiligen Mitgliedstädte und Partner entstanden. Kunsträume Bayern stellt in 142 Veranstaltungen Kunsträume vor. Durch Kunsträume Bayern wurden mehr als 200 Künstlerinnen und Künstler zum Mitmachen und zu besonderen Arbeiten inspiriert.

 
Das Konzept und seine Umsetzung

Welche Räume schafft die Kunst? Welche Räume nimmt sie ein?
In den Städtenund Gemeinden, in der öffentlichen Wahrnehmung und im öffentlichen Diskurs?

Kunsträume sind Museen und Galerien, unter anderem
Neues Museum Nürnberg,
Kulturspeicher Würzburg,  
Museum Lothar Fischer Neumarkt,
Neue Galerie im Höhmannshaus Augsburg.

Zu Kunsträumen werden ganze Innenstädte, weithin bekannte – wie die Blaue Nacht in Nürnberg – oder neu zu entdeckende – wie die Stadtmarkierungen in Traunstein. In Schweinfurt beginnen die Brunnen zu sprechen und bereiten den Umzug der modernen Kunstsammlung vor. Der Bahnhof in Fürth wird zum Ausgangspunkt der jungen Kunst-Schau containtArt wie sie Franken noch nicht gesehen hat. Der historische „Hortus Eystettensis“ beginnt in Eichstätt zu wandern, verborgene Orte in Rosenheim geben überraschende Vorblicke auf die  Planungen der Landesgartenschau. Die Fußgängerzone in Ansbach wird zu einer bunten Meile. Kunst entsteht an  Uferpromenaden – an Donau, Main und Paar, sie schwimmt auf dem Wasser – in Neuburg, oder im Frachtschiff von Nürnberg nach Kitzingen – auf dem Kanal. Die Kunst markiert sich ihre Räume und an manchen Orten macht sie sich einfach aus dem Staub. 

Neben dauerhaften Werken im öffentlichen Raum, die in den Städten bereits vorhanden sind - etwa von Stephan Balkenhol in Erlangen, Tim Ullrichs in Nürnberg, Alf Lechner in Ingolstadt, Clegg & Guttman in Augsburg – sind es vor allem temporäre Kunstprojekte, mit denen die zeitgenössische Kunst und junge KünstlerInnen öffentlich in Erscheinung treten.


Organisiert ist ein Großteil der Projekte in thematischen Reihen.

Kunsträume_Stadträume Kunst im öffentlichen Raum ist an erster Stelle eine urbane Erscheinung. Stadträume zeigt Kunstprojekte im öffentlichen = städtischen Raum, thematisiert die Wahrnehmung von Stadträumen mit Hilfe der Kunst – so in den Veranstaltungen in Erlangen, der Blauen Nacht in Nürnberg oder auf dem Brunnenweg in Schweinfurt – und die Wahrnehmung der Kunst durch gezielte Platzierung und Besetzung des öffentlichen Raums – so die Veranstaltungen in Fürth, Traunstein, Ansbach, bei denen sich die Kunst  zeitweise in den öffentlichen Raum hineinfrisst, sich dort breit macht – oder urbane Entwicklungen impulsiert – wie in Kitzingen – und begleitet – wie in Augsburg.

Grüne Gürtel Sie fassen künstlerische Auseinandersetzungen mit der Natur zusammen. Mit dem Thema Garten beschäftigen sich die Veranstaltungen in Rosenheim, Eichstätt und Coburg. Für den ländlichen Raum seien die Landart-Projekte in Bobingen und Mainburg genannt. 

Kunsträume_Denkräume - Diskursive Veranstaltungen befragen die Ästhetik des öffentlichen Raums (Erlangen), Gestaltungsräume und Gestaltungsbedingungen der Städte (Ingolstadt) aber auch Sinn und Nachhaltigkeit dieser Veranstaltungsreihe selbst (Würzburg). Auf die Bedeutung öffentlicher Räume für ein demokratisch verfasstes Gemeinwesen weisen wir mit der Einbeziehung der Veranstaltung „Wunsiedel ist bunt, nicht braun“ hin. Diskussionen, Vorträge, öffentliche Gesprächsreihen haben die Planung der Veranstaltungsreihe kontinuierlich begleitet. 

transform Auch diese Reihe bietet inhaltlich zusammenhängende Schulveranstaltungen. Prof. Johannes Kirschenmann, Lehrstuhl für Kunstpädagogik, hat sie betreut: Aus 40 Bewerbungen wurden 20 Schulen ausgewählt, die – im Rahmen einer gleichnamige Fortbildungsreihe an der Akademie der Bildenden Künste München – Projekte im öffentlichen Raum realisieren. 

 
Regionale Netze

Regionale Vernetzung ist ein Thema von erheblicher Aktualität, zumal in Gegenden, die sich bisher noch wenig als Kulturregionen profiliert haben. Aus der Werbegemeinschaft von Museen, Galerien und Kunstvereinen ist die Kulturkooperative Oberpfalz zu einem stabilen Regionalverbund gewachsen, der sich mit der Gemeinschaftsveranstaltung Standpunkte_Landeplätze vorstellt. 18 Institutionen in 15 Städten und Gemeinden haben in Zusammenarbeit mit den Kunst-Akademien Nürnberg und Prag je einen jungen Künstler/eine junge Künstlerin ausgewählt und eine Arbeit im Außenraum ihres Gebäudes realisieren lassen. Auch die Kommunen der Donau-Altmühl-Region haben sich zur Zusammenarbeit unter dem Motto Kunst im Fluss verabredet. Mit dem Titel Paar-Kunst treten in Schwaben die Städte Friedberg, Aichach und Dasing zusammen auf.

 
Architektur

Kunst im öffentlichen Raum lebt von der Baukunst und ihrer Kritik. Die Bayerische Architektenkammer verleiht 25 Architektenwerken eine besondere Auszeichnung: Kunsträume_Raumkunst präsentieren sie als besonders gelungen und qualitätvoll. 

 
Akademischer Beistand

Besonderer Dank für die kundige und tatkräftige Unterstützung des ambitionierten Projekts gilt der Akademie der Bildenden Künste Nürnberg, unter der Leitung von Professor Ottmar Hörl, den Professoren Georg Winter, Claus Buri Michael Mundig, Holger Felten, Friderike Girst, und ihren StudentInnen, die dieses Festival an vielen Orten mit jungen Impulsen bereichert haben. Namentlich danken wir Suvi-Erika Häring, für die Gestaltung des äußeren Erscheinungsbildes der Werbematerialien. Der gleiche Dank gilt  Albert Hien, Professor der Akademie der Bildenden Künste München und seiner Klasse, sowie Professor Dr. Johannes Kirschenmann,  für die Betreuung der Schulprojekte der Reihe transform.  Prof. Dr. Wolfgang Ullrich, Staatliche Hochschule für Gestaltung, Karlsruhe, hat von Anfang an begleitet, Mut gemacht und mitgewirkt. Ihm gilt ebenso Dank wie  der Bayerischen Architektenkammer.